Typisch männlich, typisch weiblich – gibt’s das?

Wer kennt sie nicht, die berühmten „Mädels-Abende“ oder „Männerrunden“, bei denen man mal so richtig über das andere Geschlecht herziehen kann oder sich gar nicht erst damit befassen muss. Prototypisch werden Schnulzen oder Fußball geschaut.  Zudem gibt es eiserne Vertreter dieser Abende, die auch rigoros durchsetzen, dass das andere Geschlecht keinen Zutritt erhält.

Doch ist es tatsächlich so, dass man so drastisch trennen kann und sollte? Kommt es nicht eigentlich doch mehr auf die einzelnen Charaktere an? Es gibt schließlich auch genug Frauen, die gerne Action-Filme schauen statt Schnulzen oder Männer, die nicht gerne Fußball schauen. Ja, die gibt es wirklich! Genauso wie nicht alle Männer nur rülpsend und Bier-trinkend die Zeit zusammen verbringen und Frauen nicht nur kreischen und kichern.

Obendrein halten sich auch beim Thema Sex einige Klischees hartnäckig im Umlauf. Männer wollen kein Vorspiel, Frauen dafür umso mehr. Frauen wollen weniger Sex als Männer und so weiter. Die Liste ist lang.Dabei zeigt die Praxis, dass man gar nicht so strikt trennen sollte zwischen typisch männlich und typisch weiblichen Verhalten. Denn die meisten Vorurteile kann man getrost in die Tonne treten. Deshalb haben wir einmal die sieben schlimmsten Vorurteile zusammengesucht, die es zu entkräften gilt:

1.    Frauen beherrschen Multitasking, Männer nicht – Alles nur Training! Eine mögliche Erklärung dafür, dass Frauen hier hervor gehoben werden, mag auf der Klischee-Rollenverteilung beruhen. Eine Hausfrau muss ziemlich viel  im Überblick behalten, ein Küchenchef aber auch. Es kommt immer ganz darauf an, was die tägliche Routine an Multitasking-Fähigkeiten benötigt und wie geübt Mann oder Frau ist.

2.    Frauen sind die schlechteren Autofahrer – Studien beweisen (zuletzt 2010 vom ACE), dass Frauen wesentlich weniger Unfälle verursachen als Männer. Dennoch hat man  bei einigen Damen das Gefühl, dass ihnen der Schminkspiegel wichtiger ist als der Straßenverkehr, genauso verschätzen sich aber einige Herren der Schöpfung auch gerne mal mit dem Abstand zum bereits parkenden Auto. Auch hier also keine eindeutige Quote.

3.    Nur Männer wollen One-Night-Stands – Die meisten Frauen sind vielleicht etwas scheuer, was ONS betrifft, da man sich als Frau einiges anhören muss, wenn man oft die Bettpartner wechselt, dennoch gibt es genug, die es dennoch tun. Genauso wie es auch viele Männer gibt, die generell auf ONS verzichten.

4.    Männer können nicht kochen – Tatsächlich sind einige Männer wirklich nicht in der Lage ein Gericht aus mehreren Komponenten zuzubereiten, das liegt aber daran, dass sie zu Hause zu sehr bemuttert wurden und nichts selbst machen mussten. Tatsächlich können einige Männer fantastisch kochen, einige Frauen aber überhaupt nicht. Vermutlich aus den gleichen Gründen.

5.    Männer reden untereinander nur über Autos, Sex und Fußball – Fakt ist, die meisten Männer reden so gut wie gar nicht über Sex im Freundeskreis, schon gar nicht über besondere Details. Das sieht aber bei Frauen auch nicht anders aus. Während die eine bis ins letzte Detail ihr ONS von letzter Nacht Revue passieren lässt, redet die andere absolut nicht gerne über Sex.

6.    Frauen wollen nicht so oft Sex wie Männer – Zwar produziert der männliche Körper mehr Testosteron, was die Lust auf Sex fördert, aber im Grunde genommen, hängt das doch von so viel mehr Faktoren ab als nur dem Testosteron-Spiegel. Stress und Wohlbefinden zählen genauso zu den Faktoren, die die Lust auf Sex begünstigen oder eben auch nicht, und zwar bei Männern und Frauen.

7.    Männer gehen viel öfter fremd als Frauen – Schaut man sich die Geschlechterverhältnisse unter Casual-Dating-Portalen wie treffpunkt18 an, stellt man fest, dass sich die Zahlen nicht wirklich unterscheiden. Wie aktiv die einzelnen Mitglieder tatsächlich sind, lässt sich leider nur schwer feststellen. Fakt ist allerdings, dass Fremdgehen selten etwas mit dem Geschlecht zu tun hat, sondern eher mit aktuellen Lebensumständen und wie man mit denen umgeht.

Auch die Wissenschaft ist sich nicht sicher, ob man in Sachen Verhalten strikt nach Geschlechtern trennen sollte. Denn es gibt verschiedene Theorien darüber, ob die Geschlechterunterschiede wirklich so groß sind.

Die Evolutionspsychologie geht davon aus, dass sich die Geschlechter aufgrund des Evolutionsdrucks unterschiedlich entwickelt haben. Männer mussten jagen, Frauen den Nachwuchs versorgen, was dazu geführt haben soll, dass sich die Gene geschlechtsspezifisch änderten.
Die Ähnlichkeitshypothese von Janet Hyde besagt allerdings, dass es keine großen charakterlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Die Wissenschaftlerin stellte fest, dass sich die Geschlechter tendenziell eher ähnlich sind als verschieden.

Natürlich gibt es schon die ein oder andere Sache, die man konkret auf ein Geschlecht schieben kann, aber dennoch sollte man mit Verallgemeinerungen sehr vorsichtig sein.

Oder was meint ihr?

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Ein Kommentar für “Typisch männlich, typisch weiblich – gibt’s das?”

  1. Fremdgehen einem bestimmten Typ Mensch zu zuordnen ist fast unmöglich. Es ist ja nicht nur der normale Durchschnittsbürger, der fremdgeht. Es sind ja auch viele Promis, die mal kurzeitig vergessen, wer eigentlich der eigene Partner ist und sich mit jemand anders vergnügen.
    Der Reiz des Fremdgegehns liegt wohl darin ,daß es doch irgendwie was verbotenes und verruchtes ist. Schließlich ist es ja auch eine Art Nervenkitzel und Selbstbestätigung, wofür halt viele Menschen empfänglich sind. Insebesondere dann, wenn in der eigenen Partnerschaft sich die Routine eingeschlichen hat und im Bett nur noch wenig bis gar nichts läuft.